Heft 9 (2004)
Ingrid Schoberth:
Vom Fremdsein christlicher Religion. Perspektiven der Bildungsaufgabe des Religionsunterrichts
Zusammenfassung
Für viele Schüler ist der Religionsunterricht zur ersten Begegnung mit christlicher Religion geworden. Das erfordert eine neue religionspädagogische Reflexion auf die Begründung des Religionsunterrichts. Gefragt ist nach der Gestalt eines Unterrichts, die sowohl die religiöse Situation der Schüler würdigt als auch ein ‚Hineingehen‘ in die christliche Religion ermöglicht. Zur inneren Logik christlicher Religion, von der der Religionsunterricht den Schülerinnen und Schülern eine Ahnung eröffnen soll, gehört selbst ihre eigentümliche Fremdheit: Glauben hat man nicht, sondern beginnt jeden Tag neu. Wie die religiöse Bildungsaufgabe des Religionsunterrichts heute begründet werden kann, wird in der Diskursivität christlicher Religion selbst aufgesucht und erläutert.
Die Autorin
Prof. Dr. Ingrid Schoberth ist Professorin für Praktische Theologie/Religionspädagogik an der Universität Heidelberg. Studium der Evangelischen Theologie in Erlangen, Tübingen und Neuendettelsau; Pfarrerin der Evang.-Luth. Kirche in Bayern; Promotion 1990 im Fach Systematischer Theologie in Erlangen mit dem Thema: „Erinnerung als Praxis des Glaubens“ bei Prof. Dr. Hans G. Ulrich, Erlangen; Habilitation 1997 im Fach Praktische Theologie in Erlangen mit dem Titel: „Glauben-lernen. Grundlegung einer katechetischen Theologie“.
Arbeitsschwerpunkte: Grundlegung der Religionspädagogik und Praktischen Theologie; Ästhetik im Religionsunterricht; Biblische Didaktik; Ethik im Religionsunterricht, Forschungen zur religiösen Wirklichkeit der Schüler.
E-mail: ingrid.schoberth@urz.uni-heidelberg.de