Heft 3 (2000)
Joachim Kügler u. Ulrike Bechmann:
„für mich“ / „gegen euch“ (Mk 9,40 par. Lk 9,50; Mt 12,30 par. Lk 11,23).
Ein kleiner Unterschied in der synoptischen Tradition und seine große Bedeutung für eine zukünftige Theologie der Religionen

Zusammenfassung

Religion scheint auch in den „säkularisierten“ Gesellschaften Mitteleuropas ein Faktor zu sein, der ihre Zukunft mitbestimmen wird. In der multireligiösen Situation, auf die die Entwicklung hinläuft, wird es entscheidend darauf ankommen, einen zivilen, von Toleranz und Gewaltverzicht geprägten Modus vivendi zu finden, damit die demokratische Gesellschaft nicht zwischen rivalisierenden Fundamentalismen zerrieben wird. Wenn die christliche Entscheidung für eine pluralitätsfähige Demokratie tragfähig sein soll, ist es notwendig, sie von der normativen Tradition her zu begründen. Auf der Basis von Mk 9,40 par. Lk 9,50 und Mt 12,30 par. Lk 11,23 versucht der Artikel zu zeigen, daß ChristInnen zur Ausbildung einer pluralitätsfähigen Gesellschaft beizutragen haben, wenn sie den Wurzeln ihrer eigenen Identität treu bleiben wollen.

Zu den Autoren

Dr. Joachim Kügler, seit 1.10.1999 Professor für Katholische Theologie an der Universität Bayreuth, Priester der Erzdiözese Bamberg, Neutestamentler. Promotion 1987 über das Johannesevangelium, Habilitation 1997 über religionsgeschichtliche Hintergründe der lukanischen Sohn-Gottes-Christologie. 

E-mail: Joachim.Kuegler@t-online.de

Dr. Ulrike Bechmann, seit 1.11.1999 wiss. Assistentin am Lehrstuhl für Katholische Theologie der Universität Bayreuth, Islamwissenschaftlerin (M.A.), Alttestamentlerin, Promotion 1988 über das Deborahlied, 1989-1999 Geschäftsführerin und theologische Referentin beim Deutschen Weltgebetstagskomitee.

E-mail: Ulrike.Bechmann@t-online.de